Bastian Werner hat es sich zur Passion gemacht beeindruckende Wetterereignisse fotografisch festzuhalten und dem Betrachter die Schönheit, wie auch die Dramatik dieser Naturgewalten visuell näher zu bringen. Durch seinen Wissensschatz im Bereich der Meteorologie schafft er es sehr beeindruckende Landschaftsaufnahmen festzuhalten und begeistert uns immer wieder auf’s Neue. Seine Arbeiten wurden schon in namenhaften Magazinen wie dem »Spiegel« veröffentlicht, sowie von den Sendern »Arte« und »BR« dokumentiert.


NiSi: Möchtest du uns etwas über deinen Beruflichen Werdegang vor/neben der Fotografie erzählen?

Bastian W.: Nein. : )
Spaß. Bisher habe ich es nur geschafft mein Abitur zu machen und stehe kurz davor, meinen Bachelor Abschluss zu machen in Optotechnik und Bildverarbeitung. Die Fotografie hat mich beruflich früh gepackt und ich habe meinen „normalen“ beruflichen Werdegang etwas zurückgefahren.

NiSi: Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Bastian W.: Ich fand Wolken ganz cool. Als Kind hat mich die Faszination an unserem Wetter und vor Allem Gewittern gepackt. Ich begann diese mit meiner Kamera zu dokumentieren. Die ersten Fotos waren natürlich absolut unterirdisch. Der Ehrgeiz griff mich schnell, so dass ich begann meine Fotografien optisch aufzuwerten, so dass auch bei Laien Interesse am sonst langweiligen Thema Wetter aufkommen konnte. Ich brachte mir selbst bei, den richtigen Bildaufbau für meine Wetterfotografien zu finden. Mit der Zeit realisierte ich, dass ich „gewöhnlichen“ Landschaftsfotografen einen Schritt voraus war. Das Wetter bestimmt das Licht und das Licht letztendlich, ob eine Landschaft interessant oder eintönig wirkt. Ich erkannte den Wert meines Wissens und begann dieses in meinem Buch „Fotografieren mit Wind und Wetter“ niederzuschreiben. Schnell eroberte das Thema die Fotografenszene in Deutschland und plötzlich durfte ich auf den Messen über mein Wetter reden, welche Ehre! Ich werde bezahlt und darf den Zuhörern meine Geschichten zu den ganz coolen Wolken erzählen.

NiSi: Warum hast du dich für die Landschafts- und Wetterfotografie entschieden?

Bastian W.: Ich bin kein Fotograf um des Fotografieren Willens. Die Kamera ist ein Werkzeug, mit welchem ich die Eindrücke meines Wetters kommuniziere. Dementsprechend war das Motiv gefunden, bevor ich die Fotografie für mich entdeckte.

NiSi: Was war dein beeindruckendstes Erlebnis im Bezug auf die Fotografie?

Bastian W.: Es gibt immer zwei „Lieblingsereignisse“ in der Fotografie. Die persönliche Herzensgeschichte, bei der das Erlebnis in diesem Moment im Vordergrund stand und die Geschichte zum ganz großen Foto, welches man irgendwann einmal aufgenommen hat. Die Emotion der Herzensgeschichte und die Erlebnisse lassen sich nicht immer in einem eindrucksvollen Foto zeigen. Meine Herzensgeschichte ist deshalb eine Stormchasing Tour aus 2015. Wir waren im Team aus Südhessen mit 2 Autos unterwegs und haben 18 Stunden am Stück Gewitter verfolgt. Eine schöne Erinnerung, denn heute haben die Menschen von damals weniger Zeit für das Stormchasing und das Team ist nicht mehr so groß. Wir hatten viel Spaß an diesem Tag, die Fotos sind gut aber nicht weltbewegend. Meine große Geschichte ist das Hagelunwetter von Reutlingen am 28.07.2013. 3.600.000.000€ Schaden verursachte dieses. Ich hatte damals „das Foto“ von diesem Gewitter anfertigen können. Es ging durch die Presse und ist demnach mein bekanntestes Foto.

Welche Tipps würdest du anderen Fotografen mit auf den Weg geben?

Investiert in das Motiv und nicht in das Equipment. Ihr habt mehr Spaß daran zu fotografieren, als euer neues Canon L Objektiv zu Hause im Schrank zu haben. Ich weiß, dass möchte kein Hersteller von Kameraausrüstung lesen aber es ist in meinen Augen die Wahrheit. Nicht die teure Pfanne macht das gute Essen, sondern die hochwertigen Zutaten.

NiSi: Wie würdest du selbst deinen fotografischen Stil beschreiben und wie hast du ihn entwickelt?

Bastian W.: Dokumentarisch im größten Teil. Klar, meine Milchstraßen sind bunt, weil die Kamera auch Nachts Farbe sieht, aber ich lege Wert auf korrekte Fotos. Fotografie bedeutet „Malen mit Licht“ und wer seine „Fotografien“ zu Hause am PC durch Pixelschubsen erzeugt, ist demnach kein Fotograf. Ich möchte das Erlebte mit meinen Fotos kommunizieren und mit den Menschen teilen, als ob diese dort gestanden hätten, wo ich mit meiner Kamera gewesen bin.

NiSi: Welches Equipment verwendest du?

Bastian W.: Ich benutze Tamron Objektive und am anderen Ende hängt eine Nikon. Ansonsten eine Menge Manfrotto und ab und an meine NiSi-Filter. Meine Reisen dokumentiere ich mit meinem BQ Aquaris X2.

NiSi: Erzähle uns etwas über deinen Workflow.

Bastian W.: Vorhersage -> Wolke -> Foto

NiSi: Was ist in deinen Augen das perfekte Foto?

Bastian W.: Wenn mir jemand einen visuellen Eindruck von etwas geben kann, was ich so noch nicht gesehen habe. Wenn der Fotograf offensichtlich sein Gehirn angestrengt hat um ein völlig neues Motiv zu fotografieren. Mittlerweile langweilt mich der meiste Inhalt der „Fotografie“ nur noch, da jeder das gleiche fotografiert. Wenn jemand aus diesem visuellen Eintopf mit seiner Arbeit heraussticht, hat seine Arbeit automatisch meinen Respekt.

Vielen Dank für das Interview Bastian.

Der Bestseller von Bastian Werner: “Fotografieren mit Wind und Wetter. Wetter verstehen und spektakulär fotografieren”
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bastianw.de/buch/


“STURMJÄGER” zeigt das Wetter in Deutschland, wie du es noch nie gesehen hast. Die schönsten Orte mit den interessantesten Wetterphänomenen.
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bastianw.de/shop/bildband/

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