NiSi Deutschland Fotograf Fabio Antenore

Kreativität gehört zu und in Fabio Antenore’s Leben. Mittlerweile steht der gelernte Tontechniker lieber an spektakulären Aussichtspunkten irgendwo auf der Welt, anstatt hinter seinem Mischpult. Mit über 92000 Followern auf Instagram zählt Fabio zu den bekannten Influencern der Fotoszene im deutschsprachigen Raum. Für ihn ist Fotografie mehr als nur das Einfrieren eines Momentes. Seine Technik besteht oft aus mehr als nur einer Aufnahme. Die „Hyperreale Landschaftsfotografie“ ist sein Metier


NiSi: Möchtest du uns etwas über deinen Beruflichen Werdegang vor/neben der Fotografie erzählen?

Fabio A.: Im ersten Teil meines Lebens war ich Musikproduzent und Audio Engineer. Ich habe Tontechnik studiert, arbeitete viele Jahre als Live-Ingenieur (mischte Konzerte ab) und war Gründer und Chefingenieur einer Ton-Studio Genossenschaft in der Schweiz.

NiSi: Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Fabio A.: Eines Tages fragte man mich, ob ich nicht bei dem Dreh zu einem Musikvideo welches ich produziert habe, etwas „behind the Scene“ fotografieren möchte. Also kaufte ich mir meine erste DSLR und knipste etwas herum. Es war nie mein Plan, meinen Beruf zu wechseln, denn bis dahin habe ich meinen Traum gelebt. Ich liebte meinen Job. Das einzige „Problem“ war, dass ich nicht der „Talentierteste“ war. Natürlich habe ich einen guten Job gemacht, aber alles war ein Kampf für mich. Ich sah andere Produzenten um mich herum, für sie war alles einfach, ohne harte Arbeit und tagelanges Kopfzerbrechen… Ich habe so hart gearbeitet, um das gleiche Niveau zu erreichen, aber ich habe nie das höchste Niveau erreicht.
Fotografie war „Liebe auf den ersten Blick“. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich die Kraft des „Talents“ spürte. Jetzt war ich der Typ, bei dem alles einfach klappte, ohne sich anstrengen zu müssen! Alles war leicht für mich, als hätte ich es schon immer gemacht. Und von einem Tag zum nächsten habe ich plötzlich meine ganze Freizeit damit verbracht, Fotos zu machen.
Nach kurzer Zeit fragten mich die Leute, ob ich nicht Workshops durchführen möchte, weil sie meinen fotografischen Stil lernen wollten. Und im Jahr 2015 begann ich dann meine ersten Workshops durchzuführen. Am Anfang war es nur ein Hobby, dass nebenbei etwas Geld einbrachte. Aber seit Mitte 2017 habe ich mein ganzes Leben verändert und angefangen, als professioneller Fotograf, Tour Guide und Fotocoach zu arbeiten.
Ich leite Fotoreisen in verschiedenen Ländern für eine Fotoreisen Gesellschaft aus der Schweiz, führe regelmäßig Workshops und Kurse für unterschiedliche Kursanbieter durch und darf Vorträge an zahlreichen Fotomessen und anderen Events abhalten. Und neben alle dem verkaufe ich Videoworkshops über meine Webseite.

NiSi: Warum hast du dich für die Landschaftsfotografie entschieden?

Fabio A.: Keine Ahnung. Das war nie geplant. Zu beginn fotografierte ich auch oft Lost Places. Auch People- und Beautyfotografie machten mir Spaß. Meine erste Veröffentlichung in einer Zeitschrift war sogar eine Kombination aus den beiden Themen. Also ein (fliegendes) Model welches ich in eine meiner Lost Place Aufnahmen „gephotoshopt“ habe. Irgendwie wurde dann aber bald fast ausschließlich Landschaftsfotografie daraus. Ich denke zum einen liegt das daran, dass ich im ersten Teil meines Lebens immer auf die Performance anderer angewiesen war um meine Werke zu vollenden. Also immer Kompromisse eingehen musste, und oft meine eigene kreative Vision nicht zu 100% umsetzen konnte.
In der Landschaftsfotografie ist die einzige „Person“ die mitredet Mutter Natur. Und damit arrangiere ich mich gerne.
Zum anderen, einfach weil ich entdeckt habe welche Energie die Natur hat. Und es nichts schöneres gibt als weit weg von allem zu sein und eins mit der Natur zu werden. Und genau das ist der Grund weswegen meine Bilder nicht einfach 1/200s belichtet werden und „nur“ den Moment wiedergeben. Ich möchte die Gefühle einfangen. Meine Bilder sollen die pure Schönheit transportieren! Sie sollen Gefühle wiedergeben nicht den Moment einfrieren.

NiSi: Was war dein beeindruckendstes Erlebnis im Bezug auf die Fotografie?

Fabio A.: Oh, da gibt es so viele. Ich glaube, es ist jedesmal beeindruckend, wenn ich einen neuen Teil der Welt zum ersten mal bereise. Dann passiert etwas Magisches. All die neuen Eindrücke lassen mich richtig Euphorisch werden. Zum ersten Mal etwas zu sehen, dass man selbst zuvor noch nie gesehen hat und zu wissen, dass ein Großteil der Menschen so etwas noch nie gesehen haben, ist unglaublich.
Vor kurzem war ich in Indonesien. Ich sammel da „Spots“ seit mehreren Jahren. Und war jetzt dort, um mit einem lokalen Fotografen, eine Fotoreise für nächstes Jahr zu planen. Es gibt dort einen Ort, also besser gesagt einen Vulkan, den Mount Ijen. Ich habe diesen Ort vor etwa 4 Jahren in einer Dokumentation gesehen. Auf diesem Vulkan gibt es einen riesigen türkis blauen See. Der ganze See besteht nur aus Schwefelsäure und alles sieht aus wie auf einem anderen Planeten. Dieser Ort war seit ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, die Nummer 1 auf meiner Bucket List. Und als ich jetzt zum ersten Mal dort oben stand, war ich einfach überwältigt. Das Wetter passte auch perfekt und alles war genau so, wie ich es mir erhofft hatte! Solche Momente sind tausend mal wertvoller als alles Geld der Welt.

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Welche Tipps würdest du anderen Fotografen mit auf den Weg geben?

Macht einfach was ihr für richtig haltet. Lasst euch nicht von irgendwelchen Leuten vorschreiben was erlaubt ist in der Fotografie und was nicht. Meinungen gibt es wie Sand am Meer. Und jeder der behauptet Photoshop habe nichts mit Fotografie zu tun, der soll sich mal mit den alten Meistern wie beispielsweise Ansel Adams befassen. Was wir heute in Photoshop machen, haben die damals in der Dunkelkammer gemacht. Die Bildbearbeitung hat schon immer zur Fotografie gehört. Und es gab schon immer Fotografen, welche sich die Mühe machten ihre Bilder zu Perfektionieren und damit Stunden und Tage in der Dunkelkammer verbrachten. Wie es auch schon immer Fotografen gab, die ihre Bilder einfach vom Labor entwickeln ließen, weil sie keine Lust hatten das selber zu tun. Das sind die selben Fotografen, welche heute im JPG Format fotografieren oder groß proklamieren, dass ihre Bilder nur 2 Minuten in Lightroom entwickelt wurden. Das alles ist Fotografie. Nur anders ausgelegt.

NiSi Deutschland Fotograf Fabio Antenore
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NiSi: Welches Motiv fehlt dir noch?

Fabio A.: Haha. 90% der Welt. Es gibt noch so viele Orte die ich bereisen möchte. Die Liste ist zu lang. Und immer wenn ich etwas abgestrichen habe kommen 5 neue dazu.

NiSi: Wie würdest du selbst deinen fotografischen Stil beschreiben und wie hast du ihn entwickelt?

Fabio A.: „Hyperreale Landschaftsfotografie“.
Ich schätze, mein Vorteil war, dass es für mich als Toningenieur normal war, mit Software an etwas zu arbeiten. Es war klar, dass nach der Aufnahme der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Also begann ich, meine Techniken zu entwickeln. Vor 5 oder 6 Jahren war ich der Einzige im gesamten deutschen Raum, der mit Timeblendings und anderen von mir entwickelten Techniken arbeitete. Also habe ich meine ganz eigene Art der Fotografie entwickelt. Die „Hyperreale Landschaftsfotografie“.
Damals gab es noch nicht tausende von Tutorial-Videos auf Youtube. Es gab natürlich schon Videokurse, aber nichts in der Art wie ich mir es vorstellte. Zu Beginn widmete ich mich sehr stark verschiedener Composing-Techniken in Photoshop. Ich konnte eigentlich schneller mit Photoshop umgehen als mit der Kamera. Ich schaute mir einige Techniken von Beauty Fotografen und Photoshop Artists ab und überlegte, wie ich das alles in der Landschaftsfotografie einbauen kann.
Dazu kam die Arbeit mit ND Filtern welche mir ermöglichten selbst zu bestimmen welche Elemente im Bild ich wie lange belichten wollte. Und so entwickelte ich meinen Style.
Wenn ich mir heute so in den sozialen Medien Bilder anschaue, sehe ich sehr viele Dinge die genau so gemacht werden wie ich es damals schon machte. Ich denke viele der Leute wissen garnicht, dass das ursprünglich „meine“ Techniken waren, denn es hat sich ja weiter entwickelt. Ich gebe nun seit 2015 Workshops und viele meiner ehemaligen Teilnehmer geben selbst auch Kurse und verkaufen sogar Tutorials mit den von mir gelernten Techniken. Zu Beginn hat mich das ziemlich genervt. Mittlerweile habe ich mich aber damit abgefunden und es freut mich zu sehen wie ich die moderne Landschaftsfotografie mit verändert habe.

NiSi: Welches Equipment verwendest du?

Fabio A.: Nikon d 850 , Linsen der Sigma Art Reihe und die NiSi 100mm und 150mm Systeme, mit jeweils ND0.9 , 1.8, 3.0 , 4.5 plus GND 0.9 ,1.2 und CPL.

NiSi: Erzähle uns etwas über deinen Workflow.

Fabio A.: Bei mir besteht ein Bild aus 30% Planung 30% Fotografie-Technik und 30% Nachbearbeitung.
Plus 10% Glück… Soviel mal vorne weg genommen. Den Rest habe ich mehr oder weniger schon gesagt.
Ich arbeite sehr stark mit verschiedenen ND Filtern, um jedes Element im Bild genau so lange zu belichten, wie ich es für richtig halte. Somit kann ich entscheiden wie das Wasser oder die Wolken auszusehen haben und kann dann in einer separaten Belichtung ohne Filter trotzdem die Bäume oder Sträucher genügend kurz belichten, um diese ohne Bewegungsunschärfe festzuhalten.
Danach wird alles in Lightroom entwickelt, um dann in Photoshop zusammengebaut zu werden.

NiSi: Was ist in deinen Augen das perfekte Foto?

Fabio A.: Gibt es das?

Vielen Dank für das Interview Fabio.

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