NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden

Felix Inden ist leidenschaftlicher Landschaftsfotograf aus Köln. Geboren in Spanien und aufgewachsen in Chile und Deutschland, entdeckte er schon früh interessante Teile der Welt. Spätestens nach seiner ersten Reise nach Norwegen, wurde die Landschaftsfotografie zu seiner persönlichen Passion mit hohem Suchtfaktor. Die nördlichsten Regionen Europas und andere spannende Orte, konnte Felix bereits in atemberaubenden Bildern festhalten.


NiSi: Möchtest du uns etwas über deinen Beruflichen Werdegang vor/neben der Fotografie erzählen?

Felix I.: Auch wenn die Fotografie mein Leben sehr prägt, ist sie nicht meine alleinige Tätigkeit.
Nebenher bin ich seit fast 20 Jahren auch im Online-Vertrieb tätig, wobei ich natürlich nach und nach immer mehr drauf geachtet habe, diesen Job so flexibel und frei wie möglich zu gestalten, um auch genug Zeit für Fotoreisen zu finden.
Wenn denn nicht gerade 2020 ist und auf einmal alles anders ist…

NiSi: Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Felix I.: Zur Fotografie bin ich ehrlich gesagt durch Zufall gekommen. Meine damalige Freundin und mittlerweile Ehefrau Maria war schon seit geraumer Zeit eine leidenschaftliche Fotografin, so dass alle unsere gemeinsame Reisen davon geprägt waren, dass ich ihr ohne Kamera und ohne Interesse an Fotografie größtenteils hinterher gedackelt bin und ihre Tasche getragen habe.
Dann waren wir zusammen in Paris. Maria hatte zwei Kameras mit und irgendwann kam der Punkt wo ich so dermaßen gelangweilt war, dass ich mir ihre zweite Kamera gegriffen habe und in den Tuileries angefangen habe Fotos zu schießen. Dabei habe ich dann gemerkt, dass das ganze ja eigentlich viel mehr Spaß macht als immer nur hinterher zu laufen, dann kam eins zum anderen. Ich war das erste Mal in Norwegen mit ihr und habe dort die Liebe zur Landschaftsfotografie entdeckt. Und mich dann in eine in meinem Leben noch nie dagewesene Besessenheit reingesteigert, die mich zu dem gemacht hat der ich heute bin.

NiSi: Warum hast du dich für die Landschaftsfotografie entschieden?

Felix I.: Für die Landschaftsfotografie habe ich mich nach einiger Zeit des Rumprobierens entschieden, weil mir diese Disziplin der Fotografie einfach am meisten Spaß macht. Davor habe ich wirklich alles fotografiert was ich konnte, von Macros über Portraits bis hin zu Architektur und Stadtlandschaften.
Ich habe dann allerdings gemerkt, dass einfach bei der Landschaftsfotografie die Kombination von der Outdoor-Erfahrung, dem Erleben der Natur mit der Aufnahme der Bilder letztendlich genau das ist, was mich am meisten inspiriert, motiviert und mir auch am meisten Energie für den Rest meines Lebens gibt.
Ich war schon immer ein Naturmensch, bin in meiner Jugend sehr oft umgezogen zum Beispiel von Deutschland nach Chile und zurück. Ich durfte schon als Kind mit meinen Eltern sehr viele tolle Landschaften dieser Welt sehen, was mich mit Sicherheit unbewusst irgendwie geprägt hat. Aber im Endeffekt war das eine unbewusste Entwicklung.
Anfangs habe ich sehr viel in Köln fotografiert, weil ich kein Geld hatte um teure Fotoreisen zu planen. Irgendwann hatte ich dann durch verschiedene Nebenjobs und ein paar Einnahmen aus der Fotografie einfach mehr Geld für die ganzen Reiseunternehmungen.

NiSi: Was war dein beeindruckendstes Erlebnis im Bezug auf die Fotografie?

Felix I.: Am beeindruckendsten ist für mich immer wieder aufs Neue, wenn die Nordlichter den Nachthimmel erleuchten und in bunten Farben am Nachthimmel tanzen. Abseits davon natürlich dramatische Wetterentwicklungen die dann unvorstellbar schönes Licht mit sich bringen. Manchmal muss ich dafür durch teilweise sehr widrige Bedingungen gehen, aber diese Erfahrungen sind genau die, welche ich nie vergessen werde und die mir im Alltag viel Energie geben.

NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Senja | Lofoten | Norwegen
NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Uttakleiv | Lofoten | Norwegen

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NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Torres del Paine | Chile

Welche Tipps würdest du anderen Fotografen mit auf den Weg geben?

Anderen Fotografen würde ich folgendes mit auf den Weg geben: In unserem Zeitalter der Fotografie ist besonders wichtig, sich nicht ausschließlich durch die sozialen Medien leiten zu lassen. Man kommt um diese selbst als Anfänger nicht mehr drum herum. Und an sich hat jeder von uns den Drang in sich, zu erfahren, wie die Bilder bei anderen Menschen ankommen. In gesundem Maß ist das auch eine super Sache. Spätestens wenn die Jagd nach Likes und Abonnenten aber auf einmal wichtiger wird als die Fotografie an sich ist der Moment gekommen mal einen Gang zurück zu schalten. Geht in der Leidenschaft zur Fotografie auf und habt Spaß – die Ergebnisse werden für sich sprechen…

NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Aurora Borealis | Nördliches Norwegen

NiSi: Wie würdest du selbst deinen fotografischen Stil beschreiben und wie hast du ihn entwickelt?

Felix I.: Ich finde es immer sehr schwierig über meine eigene Fotografie zu reden und mir einen eigenen Stil an zu dichten.
Ich habe mich immer darauf beschränkt, das andere tun zu lassen. Das was mir bei meinen Bildern im Endeffekt einzig wichtig ist, ist dass sie den Betrachter eine Weile innehalten lassen, den Blick für längere Zeit als eine Millisekunde fangen und möglichst auch Gefühle beim Betrachten der Bilder hervorrufen. Diese können negativ sein oder positiv, warm oder kalt. Freude oder Trauer – all diese Gefühle sind mir wesentlich lieber als wenn meine Fotos einfach nur als schön bezeichnet werden.
Da ich diese ganze Sache sehr unbewusst mache ohne mich hinzusetzen und mir zu überlegen, wie ich gerne meinen eigenen Stil prägen möchte fällt mir auch die Antwort natürlich schwer, wie ich diesen entwickelt habe.

Ich bin der Meinung, dass ein persönlicher Stil sich über Jahre hinweg entwickelt und immer in stetem Wandel ist.
Abschliessend beantworte ich diese Frage so: Mein Stil ist eine Kombination aus gezielter Komposition und Blickführung. Und immer eine Kombination aus meiner Reaktion auf das, was die Natur mir an Lichtstimmungen liefert.
Anschliessend verbringe ich auch einige Zeit mit der Nachbearbeitung in Photoshop, wo ich gezielt an Blickführung und Stimmung arbeite. Vor allem mit Vignetten, Dodge&Burn-Techniken und Farbkorrekturen.

NiSi: Welches Equipment verwendest du?

Felix I.: Ich verwende Equipment der Firma Nikon, die ich seit einiger Zeit auch zu meinen Sponsoren zählen kann.
Meine Arbeitstiere sind 2 Nikon D850s und eine Nikon Z6 – damit habe ich eine super Kombination aus Spiegelreflex- und Spielgellos-Technik, die sehr unzerstörbar ist (was bei meiner Art der Fotos Grundvoraussetzung ist).
Brennweiten von 14mm bis 500mm decken alles ab was ich eventuell fotografieren wollen könnte.
Für Luftaufnahmen nutze ich eine DJI Mavic 2 Pro.
Filter nutze ich natürlich auch gerne, dabei sind meine meist genutzten Filter mit Abstand Polfilter, gefolgt von ND 1.8 und ND 3.0 und auch die Drohnen-Filter von NiSi an meiner Mavic 2 Pro.

NiSi: Erzähle uns etwas über deinen Workflow.

Felix I.: Mein Workflow passt sich im Endeffekt immer den jeweiligen Bedingungen an. Ich arbeite am liebsten sehr reaktiv und spontan, heißt ich verbringe nicht mehr so viel Zeit wie früher damit Bilder zu planen. Natürlich informiere ich mich in Apps wie “Photopills” und in Wetterkarten so grob über Lichtrichtungen und mögliche Lichtstimmungen die entstehen könnten.
Oft sitze ich auch lange in Google Earth und gucke mir die Gegenden an zu denen ich dann zum Fotografieren fahre.
Nachdem ich dann die Bilder im Kasten habe, verbringe ich einige Zeit mit der RAW-Konvertierung. Mittlerweile mache ich so viel wie nur irgend möglich direkt in Lightroom oder Camera RAW. Trotzdem landet bei mir jedes einzelne Foto immer in Photoshop, wo ich weitere Korrekturen vornehme und auch weiter an der Stimmung, den Kontrasten und insgesamt der Blickführung arbeite. Für die Blickführung arbeite ich am liebsten mit verschieden Dodge&Burn-Techniken, mit denen man noch sehr viel im Bild bewirken kann. Darüber hinaus nutze ich auch Techniken wie Focus-Stacking und Exposure-Blending wenn es denn erforderlich für mein gewünschtes Ergebnis ist.

NiSi: Was ist in deinen Augen das perfekte Foto?

Felix I.: Meiner Meinung nach gibt es kein perfektes Foto und wenn ich ein Foto hätte was ich selber als perfekt betrachten würde, fände ich das sehr langweilig. Annähernd perfekt ist ein Bild für mich, wenn es den Betrachter fesselt, in Beschlag nimmt und auch zum Denken und Fühlen anregt. Ab und an überkommt es mich und spät des Nachts finde ich dann mein gerade fertig gewordenes Bild so gut wie perfekt. Spätestens beim Frühstück fallen mir dann wieder zig Fehler auf. Aber irgendwann ist es halt auch mal gut 😉

Vielen Dank für das Interview Felix.

NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Fjord Mountain Valley | Faroe
NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Reine | Lofoten | Norwegen
NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Skagsanden | Lofoten | Norwegen
NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Suduroy | Faroe
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Stetinden Kjopsvik | Nordland | Norwegen
NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Senja | Norwegen
NiSi Deutschland Fotograf Felix Inden
Funningursfjord | Faroe

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