Radomir Jakubowski ist seit langem aus der Naturfotografie-Branche nicht mehr wegzudenken. Schon in jungen Jahren entdeckte er seine Liebe zur Naturfotografie und widmet sich seit dem voll und ganz seiner Passion. Erreicht hat der 1987 geborene Saarländer in dieser Zeit viel. Der diplomierte Kaufmann konnte schon bei zahlreichen Wettbewerben glänzen und gehört zu den wenigen deutschen Canon Ambassadoren. Man merkt schnell, dass bei ihm Fotografie Leidenschaft ist. Und diese teilt er auch immer wieder gerne mit begeisterten Naturfotografen auf seinen Workshops und Fotoreisen.


NiSi: Möchtest du uns etwas über deinen Beruflichen Werdegang vor/neben der Fotografie erzählen?

Radomir J.: Fotografie ist mein Leben seitdem ich eigentlich bewusst denken kann. Bereits mit 9 Jahren habe ich die ersten Zusammenhänge zwischen Blende und Verschlusszeit gelernt. Gleichzeitig habe ich angefangen analog zu fotografieren, was jedoch eher etwas für den Urlaub war. Anfang des Jahrtausends kamen die ersten bezahlbaren Digitalkameras, mit denen ich dann richtig angefangen habe zu fotografieren. 2Mpix, 3Fach optischer Zoom und ich war nicht mehr zu stoppen, die Fotografie hat ein Feuer entfacht, das bis heute brennt. Sehr schnell habe ich mich auf die Naturfotografie fokussiert, nicht zuletzt dank meiner Eltern und Patentante, die mir viele wunderschöne Orte in unserer Region zeigten. Seit 2003 war ich dann mit digitalen Canon Spiegelreflexkameras unterwegs und professionallisierte mein Hobby immer mehr. Nach dem Abitur, begann ich ein Betriebswirtschaftliches Studium (Schwerpunkt VWL; Wirtschaftsrecht und Controlling). In diesen 5 Jahren meines Diplomstudienganges fotografierte ich mehr denn je. Gleichzeitig bekam ich die Chance viele Artikel, Ausstellungen, mein erstes Buch und vieles mehr zu publizieren. Als dann (2011/2012) das erfolgreiche Ende meines Studiums nahte und ich vor der Entscheidung stand wie es weiter gehen soll, entschied ich mich bewusst für die Naturfotografie. Seither gibt es mein Naturfotocamp. Ich bin froh darüber, dass meine Art der Fotografie so gut angenommen wird und ich in diesem, oft sehr herausfordernden Markt Fuß fassen konnte. Seitdem habe ich weltweit meine Bilder, Storys und Geschichten erzählen dürfen. Ich freue mich über jedes Projekt das ich realisiere und genieße es.

NiSi: Warum hast du dich für die Naturfotografie entschieden?

Radomir J.: Für mich ist die Naturfotografie das einzige, was mich in der Fotografie interessiert und begeistert. Ich liebe es draußen zu sein und es ist das größte für mich, Tiere, Pflanzen, Landschaften und Details zu entdecken. Meine Begeisterung gilt dem gesamten Konstrukt der Natur, was auch den Naturschutz, Habitatspflege etc. beinhaltet. Mich begeistert es einfach, eine Art zu entdecken, die ich noch nicht gesehen habe oder auch einfach dem Igel oder dem Rotkehlchen im Garten zuzuschauen oder verträumt dem Licht nachzublicken. Dem Menschen die Natur mit meinem Auge zu zeigen, ist meine eigentliche Motivation. Ich brauche keine spektakulären Motive oder unglaublichen Fernreisen, mich begeistert einfach die Natur, das Licht und das was ich daraus machen kann. Dem Menschen zu zeigen, was er vor seiner eigenen Haustür schützen und erhalten kann ist mir wichtig.

NiSi: Was war dein beeindruckendstes Erlebnis im Bezug auf die Fotografie?

Radomir J.: Jeder Moment, der mir Freude bereitet, in dem ich glücklich bin und ich die Natur in ihrer wunderbaren Pracht bewundern darf. Für mich ist das Glück, das ich empfinde in einem schönen Moment und die Begeisterung für diesen Moment, sowie das Erlebte entscheidend. Daraus schöpfe ich die Kraft und die Kreativität für die Fotografie. Das beeindruckenste Erlebnis messbar zu machen, am besten noch mit Likes oder einer anderen Kennzahl, ist aus meiner Sicht vollkommen falsch, macht unglücklich und erstickt jedes Fünkchen der Kreativität bereits im Keim.

NiSi: Wie würdest du selbst deinen fotografischen Stil beschreiben und wie hast du ihn entwickelt?

Radomir J.: Mein Bildstil: authentische Naturfotografie, in der nichts hinzu erfunden wird und nichts retuschiert wird. Das Ganze wird mit einem Motiv versehen und mit Licht garniert serviert. Je einfacher umso schöner.

NiSi: Welches Equipment verwendest du?

Radomir J.: Alles aus dem Hause Canon, mein Kitbag von FStop Gear ist immer viel zu voll.
Von 8-800mm Brennweite ist eigentlich alles dabei. Dazu Stative von Novoflex.

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Welche Tipps würdest du anderen Fotografen mit auf den Weg geben?

Orientiert euch an dem was euch begeistert. Schätzt die Natur und jeden Menschen. Ignoriert so gut es geht Einflüsse von Außen, vor allem Kunden und Social Media, dann seid Ihr freier im Kopf. Durch die Professionalisierung des Hobbys verliert Ihr sehr viel geistige Freiheit, was der kreativen Fotografie oft im Weg stehen wird. Nehmt euch also die Zeit und den Mut frei im Kopf zu sein.

NiSi: Erzähle uns etwas über deinen Workflow.

Radomir J.: Mein Workflow ist einfach:
Ankommen und genießen, Warum bin ich hier? Was gefällt mir an diesem Ort?
Egal was mich fasziniert wird dann fotografiert. Es kann sein, dass ich an einem Strand stehe und nur einen Stein fotografiere. Erst wenn ich vor einer perfekten Kulisse stehe und irgendein kleines, unscheinbares Detail fotografiere, weiß ich, dass ich angekommen bin im Kopf, denn dann konzentriere ich mich einfach auf das, was mir in diesem Moment persönlich besonders erscheint.
Ich probiere immer offenen Auges Begeisterung für mein Umfeld zu empfinden und so gut es geht unbefangen zu sein. Natürlich bin ich immer durch meine eigene Art der Fotografie beschränkt in meinem Sehvermögen. Nennen wir es einmal Framing-Effekt durch meine Art des Sehens.
Gerade hier helfen mir oft meine Workshopteilnehmer, die mir immer ein weiteres Paar Augen zur Verfügung stellen und Ihre Sichtweisen präsentieren. Es öffnet mir oft die Tür zu anderen Sichtweisen und hat mir vor Jahren die Begeisterung für alle Motive, vor meiner eigenen Haustür zurück gegeben. Das ist der Grund warum ich so gerne auf meinen Workshops, mit so unterschiedlichen, besonderen Menschen an unserer Leidenschaft, der Naturfotografie, arbeite.

NiSi: Was ist in deinen Augen das perfekte Foto?

Radomir J.: Eine besonders schwere Frage:
Ich muss davon begeistert sein. Das sind meistens Bilder, die auf Social Media die wenigsten Likes bekommen und für mich einfach etwas besonders transportieren. Meistens das Licht, einen Moment, ein Gefühl und bei denen ich bereits vor Ort Glück empfinde. Das sind oft auch die Bilder, die von mir bei großen Naturfotowettbewerben ausgezeichnet werden, in denen es erst auf den zweiten und dritten Blick etwas zu entdecken gilt und die dann umso mehr begeistern. Dazu muss der Moment vor Ort toll gewesen sein, denn wenn ich vor Ort keine Freude empfunden habe, gefällt mir hinterher auch mein Foto nicht.

Vielen Dank für das Interview Radomir.

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