Review: NiSi Close-Up Makro Linsen 58mm und 77mm

Review: NiSi Close-Up Makro Linsen 58mm und 77mm

Testbericht von Christian Brockes (WILD MACRO)

Um in den fotografischen Makrobereich vorzustoßen gibt es zweifellos zahllose Möglichkeiten.
Vorsatzlinsen, wie die hier vorgestellten NiSi Close-Up Makro Linsen, bieten hierbei sowohl eine preisgünstige, als auch unkomplizierte Lösung.
Sie funktionieren sowohl in Verbindung mit “echten” Makroobjektiven, als auch mit anderen Festbrennweiten bis hin zu Tele-Objektiven.

Vereinfacht gesagt, reduzieren sie den Mindestfokusabstand und bieten somit einen erhöhten Abbildungsmaßstab bis 1:1 und mehr.

Nicht empfehlenswert sind solche Linsen aus dem niedrigsten Preisniveau, denn diese arbeiten oftmals mit minderwertigem und nicht korrigiertem Glas und liefern somit keine zufriedenstellenden Resultate.

Die Makro Close-Up Linsen von NiSi bestehen aus doppeltem optischem Glas mit apochromatischem Design und verfügen über eine Multi-Nano-Beschichtung.
Hieraus resultieren eine verbesserte Auflösung und eine natürliche Farbwiedergabe. Chromatische Abberationen finden sich bei diesen hochwertigen Linsen kaum bis keine.

Getestet wurden:
NiSi NC Makro Close-Up Linse 58mm für 75,00 Euro und Nisi NC Makro Close-Up Linse 77mm für 129,00 Euro

Makro Fotografie
NiSi Close-Up Lens Kit | Nahlinse Ø 77 mm

Von Haus aus liefert NiSi die beiden Ausführungen seiner Makro Linsen mit passenden Adapter-Ringen und einer kleinen Transporttasche.
Das gesamte Paket, inklusive Verpackung schaut sehr wertig aus.
Mit den Adapter-Ringen lässt sich die Linse an die gängigsten Filtergewinde schrauben. Sollte die Linse an einem exotischen Objektiv mit einem anderen Filtergewindedurchmesser verwendet werden, reicht ein einfacher Step-Up oder Step-Down Ring um sie zu adaptieren.

Generell ist die Handhabung kinderleicht: aufschrauben – fertig – Fotografieren!

Welche Linse für welchen Einsatz?

Während sich die 58mm Makro Linse für die meisten Makroobjektive, Zooms und Festbrennweiten mit niedrigen bis mittleren Brennweiten eignet, ist die 77mm Linse für den Einsatz an Teleobjektiven mit großem Filterdurchmesser optimiert.
Für extrem kleine Motive wie Spinnen und Käfer wäre hier wohl die 58mm Ausführung die beste Wahl, während die 77mm Variante beispielsweise einen 1:1 Abbildungsmaßstab bei Motiven ermöglicht, die sonst aufgrund einer geringen Fluchtdistanz beim Einsatz eines normalem Makro-Objektivs verscheucht würden.

58mm77mm
für 24-250mm (APS-C) 
oder 35-250mm (Vollformat)
liefert 1:1 Abbildungsmaßstab
für 70-300mm Teleobjektive
liefert 1:1 Abbildungsmaßstab
(bei ca. 200mm)
2 Adapterringe 
(52-58mm Adapterring, 
49-58mm Adapterring)
2 Adapterringe 
(72-77mm Adapterring, 
67-77mm Adapterring)
Zubehör: 
Tasche für die
NC Makro Close-Up Linse
Zubehör: 
Tasche für die
NC Makro Close-Up Linse
optimaler Arbeitsbereich
9 – 22cm

optimale Objektiv-Blende
f8 – f16

Eigenschaften und Verwendung

Da die Nahlinse die Eigenschaften des in Kombination verwendeten Objektivs ändert, ist es wichtig zu verstehen, dass dieses nur noch in einem bestimmten Fokusbereich ein schafes Bild darstellt. Es empfiehlt sich also etwas zu experimentieren um zu sehen, in welcher Distanz man einen scharfen Bereich abbildet. Dieser lässt sich dann durch vor- und zurück bewegen der Kamera quasi abscannen.
Wenn man bisher keine Erfahrungen im Bereich der Makrofotografie sammeln konnte, mag dies anfänglich eine Umgewöhnung erfordern, es ist jedoch sehr effektiv und ermöglicht ein hohes Maß an Kontrolle.

Je länger die Brennweite eines Objektivs ist, desto stärker wirken sich Erschütterungen und Vibrationen auf die Schärfe des Bildes aus.
Abbhilfe schafft hier die Verwendung eines Stativs bei unbewegten Motiven, oder die Verwendung eines Blitzes.
Blitzlicht friert optisch jede Bewegung ein und ist insbesondere im zuvor beschriebenen Szenario ein effektives Hilfsmittel.

Die NiSi Makro Close-Up Linsen haben ein zusätzliches Frontgewinde, ermöglichen also die Verwendung von weiteren Filtern oder weiteren Achromaten.

Beispielfotos

Ein Klick auf die jeweiligen Fotos öffnet diese in der Lightbox für eine größere Ansicht.
Der Unterschied des Abbildungsmaßstab beim Bildergebnis wird im direkten Vergleich hier recht deutlich.
Die beiden Spinnen waren sehr klein, weshalb die Detailstufe hier nicht allzu aussagekräftig ist. Die juvenile Misumena vatia Krabbenspinne war hatte ca. 5mm Körperlänge, während die Araniella sp. gerade einmal winzige 2-3mm Körperlänge aufwies.

Weitere ausführlichere Bildvergleiche folgen, sobald im nächsten Frühling wieder mehr Insekten und Spinnen zu finden sind und werden dann hier nachgereicht.

Fazit:

Die NiSi Makro Close-Up Linsen sind der perfekte Start in die Welt der Makrofotografie.
Aber auch Erfahrene und Profis kommen mit den Linsen auf ihre Kosten. Sie ermöglichen eine preisgünstige Steigerung des Abbildungsmaßstabes und sind vom Handling her unschlagbar: so schnell, wie sie in das Filtergwinde gedreht sind, lässt sich kein Objektiv wechseln. Außerdem bieten sie so eine große Flexibilität und ermöglichen es mit lediglich einem Makroobjektiv auf verschiedenste Motivgrößen reagieren zu können. Mit einem 2:1 Makroobjektiv beispielsweise lässt sich so der gesamte Bereich der Insektenwelt abdecken.
Ich persönlich bevorzuge aufgrund des geringeren Packmaßes, der besseren Linsendeckel, der wertigen Ausführung und der optischen Qualität die NiSi Linsen – insbesondere die 58mm Variante.
Für eine abschließende Bewertung der 77mm Variante fehlten mir im diesjährigen Herbst und beginnenden Winter bisher die Motive um verschiedenste Einsatzszenarien zu testen.
Meine Erfahrungen reiche ich hier aber nächstes Jahr nach.

Kurz-Vergleich zum Raynox DCR-250

Ein kurzer Vergleich zum Raynox DCR-250 sei erlaubt: Beide Makro Linsen sind optisch auf sehr hohem und ähnlichen Niveau. Wo sich die NiSi Linsen aber klar durchsetzen, sind Material, Zubehör und Handling.


Beim Raynox dominiert durchweg schwarzes Plastik, während der Konurrent aus wertigem und schweren Aluminium gefertigt ist.
Die NiSi Linse darf man getrost auch einmal mit Front- und Rückdeckel in den Kamerarucksack werfen, während man die Raynox aus ihrem Klemmmechanismus herausdrehen muss, damit man auch die Rückseite der Linse schützen kann.
Im Klemmmechanismus ist es nur möglich den mitgelieferten Frontdeckel aufzusetzen. Die weichen Plastikdeckel sitzen zudem sehr fest und lassen sich weniger schnell abnehmen, als die von NiSi.
Belässt man die Raynox Linse im Klemmmechanisum, kann man sie im mitgelieferten Plastikbehälter verstauen; dieser nimmt aber mehr als den 3-fachen Platz der NiSi Linse ein.
Mit ihrem schweren Aluminium-Ring ist die NiSi Linse merklich schwerer und angenehmer zu handeln.

NiSi hat auch eine hochwertige Makro Fokussierschiene im Sortiment, welche mich durch ihre butterweiche Bewegung überrascht hat. Hier geht es zum Test der Nisi NM-180 Makro-Schiene.

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