Wann verwende ich welchen ND-Filter und welche Intensität brauche ich?

Wann verwende ich welchen ND-Filter und welche Intensität brauche ich?

Die Wahl des ND-Filters ist am Anfang nicht einfach, es sind mehrere Variablen zu berücksichtigen. Die Wahl der Intensität des ND-Filters ist eine der Optionen, die uns beim Kauf nicht einfach fallen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie verschiedene Filter unterschiedliche Effekte auf das Foto ausüben und wie Sie einfacher vorgehen können, als Sie denken.

Warum einen Graufilter kaufen?

Ein ND-Filter bietet eine weitere Möglichkeit, das Licht besser zu kontrollieren, neben den Werten für ISO, Verschlusszeit und Blende. In der Landschaftsfotografie muss man sich nicht auf diese drei Parameter festlegen, da man durch ND-Filter die Belichtungszeit nach der eigenen kreativen Vorstellung anpassen kann. Die Einstellungen für ISO, Blende und Verschlusszeit sind in der Landschaftsfotografie nur „begrenzt“ nutzbar, da man für das gewünschte Ergebnis oft eingeschränkt ist:

  • ISO: Wir möchten diesen Wert auf dem Nennwert halten, da der Sensor bei dieser Einstellung die beste Leistung aufweist. Dort bietet die Kamera ihren größten Dynamikumfang, und außerdem das geringste Bildrauschen (und damit mehr Detail- und Bildreinheit). Wir variieren höchstens 1-2 Stufen vom Nennwert, besser nach unten.
  • Blende: Auch hier wollen wir die Schärfentiefe und die Qualität des Bildes definieren. Es gibt einen ziemlich engen Bereich, in dem das Objektiv die beste Schärfe aufweist (normalerweise zwischen f/8 und f/11). Darüber hinaus wirkt sich die Blende auch auf die Schärfentiefe aus. Wir möchten daher sicherstellen, dass das gesamte Sichtfeld scharf abgebildet wird (in den meisten Situationen). Auch hier beträgt der Handlungsspielraum 1-2 Blenden, ein tolerierbarer „erweiterter Bereich“ liegt zwischen ca. f/7,1 und f/14.
  • Belichtungszeit: Nachdem die beiden vorherigen Werte definiert wurden, bleibt nur die Verschlusszeit übrig. Wenn Sie also das Foto korrekt belichten möchten, müssen Sie den richtigen Wert auswählen, der mit den vorherigen Kriterien kombiniert, eine ausgewogene Belichtung ergibt. Dadurch wird unsere Kreativität stark einschränkt. Fotografie ist Kreativität und nicht bloße Ausführung. Das bedeutet, wir benötigen ein passendes Werkzeug, um das Licht zu steuern und somit eine Möglichkeit zu haben, die Verschlusszeit nach Belieben zu wählen. Dieses Tool ist der ND-Filter. Wir empfehlen Ihnen, ebenfalls unseren Artikel „ND-Filter – Was können sie, wie verwendet man sie und wählen Sie den Richtigen.“ zu lesen .

Welche Graufilter-Stärke kaufen?

Diese Frage stellt sich sicherlich jeder, der sich zum ersten Mal mit ND-Filtern beschäftigt. Die Intensität ist nichts anderes als der Absorptionsfaktor des Filters. Je höher dieser Wert ist und je mehr Licht absorbiert wird, desto länger muss die Belichtungszeit für die Aufnahme sein. Wir verweisen auf folgenden Artikel für detailliertere Erklärungen: Erklärung zur Berechnung der Belichtungszeit mit ND-Filter und eine praktische Tabelle mit diesen Werten.

Die 3 häufigsten ND-Filter sind 3, 6 und 10 Blenden. Im Allgemeinen können sie wie folgt beschrieben werden:

  • ND8 Graufilter (3 Stop): Reduziert das Licht um das Achtfache, sodass wir die Verschlusszeit nach dem Einsetzen des Filters mit 8 multiplizieren müssen. Er ist nicht für Aufnahmen bei starkem Sonnenschein geeignet, aber gut geeignet vom späten Nachmittag bis zum Abend nach Sonnenuntergang. Am späten Nachmittag ist er nützlich, um die Belichtung zu verlängern, um eine leichte Bewegung in den Wellen am Meer darzustellen, ohne die ganze Wasseroberfläche seidig zu glätten. Nach Sonnenuntergang oder bei sehr schlechten Lichtverhältnissen können Sie mit diesem Filter sogar 1-2 Minuten oder länger belichten. Er wird auch gerne für Fotos von Bächen oder Wasserfällen verwendet, insbesondere im Wald, wo das Licht bereits schwach ist.
  • ND64 Graufilter (6 Stop): In diesem Fall wird das Licht 64-fach reduziert. Wenn wir also 1 Sekunde ohne Filter fotografieren würden, beträgt die Verschlusszeit nach Montage des Filters etwa 1 Minute und 4 Sekunden (64 Sekunden). Bei Verwendung eines 6 Blenden ND-Filters ist es empfehlenswert, einen Fernauslöser zu verwenden, damit Sie im Bulb-Modus, wenn nötig, auch länger als 30 Sekunden aufnehmen können. Der Graufilter mit 6 Blenden (ND64) ist häufig die erste Wahl für Langzeitbelichtungen, da Sie ab nachmittags bis kurz nach Sonnenuntergang eine längere Belichtungszeit von etwa 5 bis 15 Sekunden erzielen können, bei der die Bewegung der Wolken oder eine Glättung des Meeres schon erreicht wird.
  • ND1000 Graufilter (10 Stop): mit einer gut 1000-fachen Reduktion des Lichts ist dies einer der meistverkauften Filter, denn er ermöglicht es Ihnen, mit den langen und sehr langen Belichtungszeiten zu experimentieren. Bereits ab dem frühen Nachmittag, wenn die Sonne nicht zu stark scheint oder es leicht bewölkt ist, erreichen Sie außergewöhnliche Aufnahmen. Unmittelbar nach Sonnenuntergang oder eventuell sogar kurz davor, können die Verschlusszeiten allerdings wirklich sehr lang werden.

In der heutigen Zeit ist es, dank der Verfügbarkeit des vollständigen NiSi-Sortiments möglich, jeden Graufilter mit einer Stärke von 2 bis 10 Blenden zu erwerben, wodurch der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt sind. Außerdem gibt es für extreme Anwendungen einen NiSi ND32000 mit 15 Blenden und sogar einen ND1000K mit 20 Blenden! Diese beiden Filter sind ideal für Langzeitbelichtungen am Tag zu machen.

Bei der Auswahl des ersten ND-Filters sollten Sie sich auf die Stärken 6 oder 10 Blenden konzentrieren. Nachdem Sie ein wenig Erfahrung sammeln konnten, werden Sie feststellen, ob Sie zusätzlich gerne einen Filter mit 3 Blenden, 8 Blenden oder mit 15 Blenden hätten. Die meisten Fotografen statten sich im Laufe der Zeit mit 3-4 ND-Filtern aus, um die Belichtungszeit flexibel wählen zu können.

Nachfolgend zeigen wir Ihnen einige Fotos, die zum Vergleich mit verschiedenen Graufiltern aufgenommen wurden.

Vergleichsbeispiele zwischen ND-Filtern

Bei der Auswahl des ND-Filters und der Intensität, mit der wir beginnen möchten, ist es gut, auch viele Vergleichsaufnahmen zu beobachten. Unterschiedliche Belichtungszeiten und damit unterschiedliche Intensitäten von ND-Filtern können das Ergebnis unserer Aufnahmen drastisch verändern. Für die meisten professionellen Fotografen und auch für ambitionierte Hobbyfotografen wird die Verwendung von ND-Filtern (natürlich auch GND und Polarisationsfilter) als grundlegendes Element während der Aufnahmephase angesehen. Das erzielbare Ergebnis ist unglaublich zufriedenstellend und ermöglicht es uns, die bestmögliche RAW-Datei für die anschließende Nachbearbeitung zu erhalten.

Sehen wir uns einige Beispielfotos an, die mit verschieden starken Graufiltern aufgenommen wurden.

NiSi ND Filter Vergleich 6 BlendenNiSi ND Filter Vergleich 10 Blenden

Das Foto auf der linken Seite  wurde mit einem ND64 (6 Blenden), kombiniert mit einem GND8 Hard und dem Polfilter aufgenommen. Für die rechte Aufnahme, wurde der Graufilter durch einen ND1000 (10 Blenden) ersetzt.

Die Bewegung der Wolken ist auf dem linken Foto (6 Blenden) leicht sichtbar, während sie auf dem rechten Foto sehr ausgeprägt dargestellt wird. Außerdem ist das Wasser auf dem rechten Foto viel glatter und seidiger. Das Licht bewegt sich ebenfalls ständig, besonders an Tagen mit tiefen Wolken. Eine etwas kürzere Belichtung wie die links gezeigte erlaubt es, einen Moment mit intensivem Licht einzufangen. Stattdessen gleicht sich die Helligkeit bei der rechts gezeigten Langzeitbelichtung über mehrere Minuten etwas aus. Dadurch dass die Wolken vorbei ziehen und das Licht während einem Teil der Aufnahmezeit verdecken.

Es ist offensichtlich, dass der Wechsel eines einfachen Filters (von 6 auf 10 Blendenstufen) eine ganz andere Bildwirkung ermöglicht hat. All dies, ohne den GND-Filter gewechselt oder den Polarisationsfilter gedreht zu haben, sonst wäre die Aufnahme wirklich anders gewesen.

NiSi NDFilter ND64 LangzeitbelichtungNiSi NDFilter ND1000 Langzeitbelichtung

In dieser Aufnahme haben wir eine ähnliche Situation, links ND64 Graufilter (6 Stop) und rechts ND1000 Graufilter (10 Stop).

Mit dem 6 Stop werden die Wolken klarer, das Licht auf dem Wasser erzeugt akzentuiertere Kontraste und der Schaum des Ozeans ist deutlich sichtbar. Wenn Sie die Belichtungszeit verlängern, um die Verwendung eines 10-Blenden-Filters zu kompensieren, erzielen Sie einen viel akzentuierteren Verwisch-Effekt in den Wolken, das Licht ist weicher und das Meer ist mit weichen Spuren gefüllt, die das Auge lenken. Zwei verschiedene Aufnahmen mit ihren Besonderheiten, erstellt mit zwei verschiedenen ND-Filtern: 6 und 10 Blenden.

NiSi Graufilter ND16 SeascapeNiSi Graufilter ND256 Seascape

ND16 Filter (4 Blenden) links im Bild und ND256 (8 Blenden) rechts im Bild.

In diesem Vergleichsbild sehen wir, wie stark sich die Verschlusszeit eines Fotos tatsächlich ändern kann: In einem direkten Vergleich zwischen einem ND16 und einem ND256 wird der Unterschied stark sichtbar. Die gewählte Szene eignet sich perfekt für die Verwendung von ND-Filtern. Der Fotograf entscheidet, wie lange er belichten möchte und welches Ergebnis er erreichen will. Bei einer durch Software simulierten „Langzeitbelichtung“ würde das Ergebnis insbesondere bei den Wellen und der Wasseroberfläche völlig anders ausfallen, und im Allgemeinen wäre es nicht möglich gewesen, eine solche Qualität zu erzielen. Des Weiteren wäre es ein deutlich höherer Aufwand, da die Felsen ordentlich maskiert werden müssten. Es ist fast unmöglich, einen solchen Effekt in der Postproduktion zu erzielen, es müssten unzählige Einstellungen angewendet werden und viele Bildstellen von Hand nachgearbeitet werden um einen starken Ghosting-Effekt und Artefakte zu korrigieren. Fotofilter geben dem Fotografen die Freiheit und Freude, auf die beste Art und Weise zu fotografieren, und seine kreativen Aufnahmen bereits in der Kamera vor Ort anzufertigen.

NiSi Neutral Density Filter 3 BlendenNiSi Neutral Density Filter 10 Blenden

Links: ND8 Graufilter (3 Blenden), rechts: ND1000 (10 Blenden)

Auf dem Foto links sind die Wellen bewegt, aber immer noch in der Form definiert, und dennoch werden die Kraft der Wellen und die Dynamik der Szene wahrgenommen. Die durch die Wolken gedämpfte Hintergrundbeleuchtung wurde durch einen 3-Blenden-GND-Hard-Filter ausgeglichen, um es zu ermöglichen, den gesamten sehr breiten Dynamikbereich zu erfassen. Im rechten Beispielfoto hat die Verwendung eines 10-Blenden-ND-Filters zu weicheren Pastellfarben geführt. Der Filter hat die im Foto festgehaltene Wirkung vollständig verändert.

Welchen ND-Filter soll ich wählen?

Wenn man sich die obigen Aufnahmen ansieht, erscheint es höchstwahrscheinlich nützlich, „alle“ ND-Filter zu haben. Obwohl dies die naheliegendste Antwort ist, versuchen wir, eine kostengünstigere und differenzierte Lösung für unterschiedliche Aufnahmebedürfnisse anzubieten:

  • Für Einsteiger ohne große Vorkenntnisse, ist es wahrscheinlich eine gute Idee, mit einem Filter zu beginnen. Wenn Sie häufig bei Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang, bei tief stehender Sonne oder sogar unter dem Horizont fotografieren, können Sie sich an einem 6-Blenden Graufilter (ND64) orientieren. Oder der klassische 10-Blenden Graufilter ist ein Filter, der immer nützlich ist.
  • Wenn Sie Übung haben, im Umgang mit verschiedenen Lichtsituationen, wünschen Sie sich vermutlich 2 oder 3 verschiedene Graufilter. Wenn Sie Verschlusszeiten von weniger als 1 oder 2 Sekunden ausprobieren möchten (für Effekte wie die auf den letzten beiden Fotos oben links), ist ein 3-Blenden Graufilter sehr sinnvoll. Oder wenn Sie bereits einen 6er-ND haben und anstatt kürzere Belichtungen zu machen, möchten Sie lieber einen stärkeren Filter, ist dies ein Fall den legendären 10-Blenden-Graufilter hinzuzufügen. Immerhin besteht das „ideale ND-Set“ aus 3-6-10 Blendenstufen.
  • Wenn die Leidenschaft für die Landschaftsfotografie sehr groß ist, können sich von Fotograf zu Fotograf sehr unterschiedliche Bedürfnisse ergeben. Der 8-Stufen-Filter gehört zu den beliebtesten ND-Filtern, da er bei tief stehender Sonne lange Verschlusszeiten ermöglicht, was für viele Fotografen ein idealer Aufnahmemoment ist. Ebenfalls kann auch ein starker 15-Blenden Graufilter sehr nützlich sein, mit der Sie tagsüber oder am frühen Nachmittag viel experimentieren können. Aus diesem Grund bezeichnen einige Fotografen es als das „Extended Kit“, also gebildet durch 3-6-8-10-15 Blenden ND-Filter.

Hinweis: Alle in diesem Artikel gezeigten Aufnahmen stammen von Alessio Putzu, der sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Bei allen Aufnahmen wurden NiSi ND-FilterNiSi GND-Filter und der NiSi V6-Filterhalter mit integriertem Landscape-Polarizer verwendet. Die Fotos sollen den Unterschied zwischen der Verwendung eines Filters einer bestimmten Intensität im Vergleich zu einer anderen und damit den Einfluss auf die Belichtungszeit veranschaulichen. Alle Fotos wurden vom Fotografen zu unterschiedlichen Zeiten und mit seinem persönlichen Stil angefertigt, daher sollten sie nicht als Labortests betrachtet werden.

Sparen Sie mit ND-Filter-Kits bis zu 30%

NiSi bietet Graufilter-Kits an, mit denen Sie beim Kauf von 2, 3 oder 4 Filtern zwischen 10% und 30% sparen können. Diese Kits beinhalten außerdem noch weiteres, sinnvolles Zubehör zur Aufbewahrung und Reinigung der Filter.

Wir hoffen dieser Beitrag konnte Ihnen weiterhelfen.

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