Was ist ein Grauverlaufsfilter?

Was ist ein Grauverlaufsfilter?

Graduated Neutral Density / GND-Filter

Was ist ein Grauverlaufsfilter (Graduated Neutral Density / GND-Filter)?

  • GND-Filter sind Glas-Filter, die an einem Ende abgedunkelt und am anderen Ende durchsichtig sind. In der Mitte des Filters verlaufen diese beiden Flächen ineinander, von dunkel zu klar. Dieser Verlaufsübergang variiert je nach Art des GND-Filters. Diese Filter werden dazu benutzt, die Belichtung einer Szene auszugleichen, die natürlich aus einem hellen Abschnitt (Himmel) und einem dunkleren Abschnitt (Vordergrund) besteht. Das menschliche Auge ist in der Lage, einen großen Umfang von Licht und Schatten zu visualisieren. Dies wird als „Dynamikumfang“ einer Szene bezeichnet. Leider ist die Kamera-Sensor-Technologie noch nicht in der Lage, den Dynamikumfang so zu erfassen, wie es das menschliche Auge kann. Daher hilft die Verwendung von GNDs, den Dynamikumfang einer Szene mit einer einzigen Belichtung einzufangen, anstatt mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zu kombinieren.
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Fotografin: Chantal Lichtenberg

Wie stark ist mein GND-Filter?

  • Der Grad der Lichtblockierung wird oft in „Blendenstufen“ angegeben, die der Filter blockiert. Mit jeder „Blendenstufe“ von blockiertem Licht, verdoppelt sich die Belichtungszeit. Eine alternative Terminologie verwendet exponentielle Werte der Zahl „2“, um dieses Prinzip zu reflektieren. Ein weiteres System verwendet Werte von 0.3, um eine Stufe der Lichtblockierung zu bezeichnen. Zum Beispiel kann ein ND-Filter, der 2 Blendenstufen blockiert, als „2-Blenden“-ND-Filter bezeichnet werden. Unter Verwendung der alternativen Terminologie kann er auch als ein ND4-Filter (2 ^ 2 = 4) oder ein ND-0.6-Filter (0.3 × 2 = 0.6) bezeichnet werden. Diese Terminologie gilt auch für die Stärke von GND-Filtern (Grauverlaufsfiltern / Graduated Neutral Density).

    Der Grad der Lichtblockierung für einen GND-Filter verwendet die gleiche Terminologie wie für ND-Filter beschrieben. Ein kleiner Unterschied besteht darin, dass sich die angegebene Stärke nur auf den dunkelsten Teil des Filters bezieht. Bei den meisten GND-Filtern befindet sich der dunkelste Teil des Filters am oberen Ende des Verlaufsfilters. Es gibt verschiedene Arten des Verlaufs-Übergangs von dunkel nach klar, zum Beispiel gibt es Filter mit einem sehr weichen oder einem harten Übergang.

Was sind die verschiedenen Arten von GND-Filtern und wann sollte ich sie verwenden?

  • Soft GND-Filter haben einen sehr weichen Übergang von dunkel zu klar. Dieser Filtertyp eignet sich am besten für Szenen, die einen großen oder unterbrochenen Übergang vom Vordergrund zum Himmel haben. Die besten Beispiele für Szenarien, in denen ein weicher GND sinnvoll ist, sind: alpine Landschaften mit Bergen, die die Horizontlinie kreuzen oder dramatische Felsformationen (Brandungspfeiler) in einer Meereslandschaft. Ebenfalls werden diese Filter bevorzugt verwendet, wenn von der direkten Lichtquelle weg geschossen wird.
  • Hard GND-Filter haben einen harten Übergang von dunkel zu klar. Dieser Filtertyp eignet sich am besten für Szenen, die einen deutlich sichtbaren Übergang vom Vordergrund zum Himmel haben. Am besten wird er verwendet, bei Landschaften in denen keine Elemente über den Horizont hinausragen, wie zum Beispiel Aufnahmen am Meer mit Blick auf den offenen Ozean. Sie können ebenfalls verwendet werden wo ein harter Übergang benötigt wird, auch entgegen der Sonne. Wenn sie von der direkten Lichtquelle weg fotografieren, können sie sehr stimmungsvolle und dramatische Himmel erzeugen. Vermeiden Sie diesen Filter, wenn Objekte über den Horizont hinausragen, da diese Objekte oberhalb des Übergangs in Ihrem Foto sehr dunkel erscheinen können.
  • Reverse GND-Filter Umgekehrte Kanten Grauverlaufsfilter mit einem „umgekehrten Übergang“ (Reverse) ähneln dem GND mit hartem Übergang, außer dass der dunkelste Teil des Filters am Übergangspunkt ist. Diese Filter sind speziell entwickelt, um entgegen einer Lichtquelle zu Fotografieren, wo das Licht am Horizont am stärksten ist und zum Himmel hin schwächer wird. 
  • Medium GND-Filter ähneln den Grauverläufen mit weichem Übergang, jedoch ist die Verlaufskante bei dem Medium GND nicht ganz so weich. Diese Filter sind sehr vielseitig und können in den meisten Situationen verwendet werden, um entgegen der Sonne oder auch von der Sonne weg zu fotografieren. Objekte, die über den Horizont hinausragen, können durch diesen Filter zwar abgedunkelt werden, jedoch meist nicht so offensichtlich und stark. 
  • Horizon GND: Dies ist ein spezieller Typ von GND-Filter, bei dem der dunkle Bereich nur in der Mitte des Filters liegt, um ihn am Horizont zu platzieren. Der Übergang ist sowohl oberhalb als auch unterhalb des Horizonts hart und verläuft ins klare. Er wird am besten verwendet, wenn Sie direkt entgegen der Sonne fotografieren, gerade bei Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang wo die Sonne sehr niedrig steht. Dieser Filter verhindert das potentielle Problem eines zu hellen Bereichs direkt unter dem Horizont, wenn ein Hard- oder Reverse-GND verwendet wird. In Kombination mit einem 3-stufigen Soft- oder Medium-GND können Sie Szenen mit sehr hohem Dynamikumfang in einem Bild erfassen.  
  • Es gibt Szenen, in denen GNDs weniger nützlich sind. Dies ist, wo die Lichtquelle in der Szene inkonsistent ist, wie in einem Wald oder zwischen einer Schlucht.

    Welche Stärke von GND-Filter sollte ich verwenden?

    • 2-Blenden GND-Filter sind die „sanftesten“ Filter und sollten im Allgemeinen verwendet werden, wenn man vom Licht weg fotografiert. Sie werden bevorzugt verwendet, wenn das Licht diffus ist, wie zum Beispiel bei bewölktem oder nebligem Himmel. Die Wahl zwischen hartem, mittlerem und weichem GND wurde im vorherigen Abschnitt erklärt. Wenn Sie entgegen dem Licht fotografieren, blockiert ein GND mit 2-Blendenstufen nicht immer genügend Licht vom Himmel relativ zum Vordergrund, um den Dynamikumfang einer Szene in einer Belichtung erfassen zu können.
    • 3-Blenden GND-Filter sind die am häufigsten verwendeten GNDs und sind ein guter Start für Anfänger. Bei Szenen wie sie bei den 2-stufigen GND-Filtern beschrieben wurden, ergeben Sie ähnliche, wenn nicht bessere Ergebnisse. Diese Filter-Stärke wird am besten bei Lichtbedingungen genutzt, bei denen die Sonne durch Lücken in der Wolkendecke bricht, wo lebendige Farben und ein schönes Lichtspiel erzeugt wird, aber wenig direktes Licht in die Kamera fällt. Wie Sie zwischen einem harten, mittleren und weichen Grauverlauf entscheiden sollten, wurde im vorherigen Abschnitt erklärt.
    • 4-Blenden GND-Filter (und stärker) können verwendet werden, wenn die Lichtverhältnisse sehr hart sind, beispielsweise wenn der Himmel überwiegend klar ist und nur wenige Wolken am Himmel sind. Ein GND mit weicher Verlaufskante funktioniert sehr gut, wenn Sie von der Sonne weg fotografieren, kann aber in manchen Situationen auch stark genug sein, um entgegen der Sonne zu fotografieren. Bei Verwendung einer harten Verlaufskante dieser Stärke, empfehlen wir nur in direktes Licht zu fotografieren. Beachten Sie, dass der Vordergrund im Verhältnis zum Himmel unnatürlich hell erscheinen kann. Dies kann entweder in der Nachbearbeitung korrigiert werden, oder mit einem zweiten GND-Filter mit weichem Übergang, welcher kopfüber im Filterhalter platziert wird. Vermeiden Sie einen harten Verlauf dieser Stärke, wenn Sie vom Licht weg fotografieren, da der Himmel fast immer stark unterbelichtet wird. 
 

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