Was ist ein Graufilter?

Was ist ein Graufilter?

Neutral Density / ND-Filter

ND Filter sind auch heute noch in der digitalen Fotografie ein unverzichtbares Werkzeug. Der ND Filter wirkt wie eine Sonnenbrille und reduziert die Lichtintensität, die durch die Linse geht. Die unterschiedlichen Stärken unserer Filter ermöglichen mehr oder weniger Lichtübertragung zum Sensor. Der ND Filter verlängert die Belichtungszeit und führt zu einer Unschärfe bei bewegten Objekten: Das Wasser eines Wasserfalls wird seidig, ein bewölkter Himmel wird lebendig, ein öffentlicher Platz ohne Zuschauer!

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Was ist ein Graufilter (Neutral Density / ND-Filter)?

ND-Filter sind abgedunkelte Glas-Filter, die es einem Fotografen ermöglichen, die Verschlusszeit zu verlängern, um Effekte zu erzielen, die allein durch die Nachbearbeitung nicht reproduzierbar sind. Die Dauer der Verlängerung der Verschlusszeit hängt davon ab, wie dunkel der Filter ist.

Wie stark ist mein ND-Filter?

Der Grad der Lichtblockierung wird oft in „Blendenstufen“ angegeben, die der Filter blockiert. Mit jeder „Blendenstufe“ von blockiertem Licht, verdoppelt sich die Belichtungszeit. Eine alternative Terminologie verwendet exponentielle Werte der Zahl „2“, um dieses Prinzip zu reflektieren. Ein weiteres System verwendet Werte von 0.3, um eine Stufe der Lichtblockierung zu bezeichnen. Zum Beispiel kann ein ND-Filter, der 2 Blendenstufen blockiert, als „2-Blenden“-ND-Filter bezeichnet werden. Unter Verwendung der alternativen Terminologie kann er auch als ein ND4-Filter (2 ^ 2 = 4) oder ein ND-0.6-Filter (0.3 × 2 = 0.6) bezeichnet werden. Diese Terminologie gilt auch für die Stärke von GND-Filtern (Grauverlaufsfiltern / Graduated Neutral Density).

Welche Stärke von ND-Filter sollte ich verwenden?

Verwenden Sie den ND-Filter, mit dem Sie die für Ihre Szene am besten geeignete Verschlusszeit erreichen können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Verschlusszeit Ihnen das beste Ergebnis für Ihr Bild liefern würde, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, um mit verschiedenen Filtern an einer beliebigen Szene zu experimentieren. Dies sind einige grundlegende Empfehlungen, welche Sie selbstverständlich an Ihren eigenen Stil anpassen können:

  • Ein 2- oder 3-stufiger ND-Filter ist gut geeignet, um dynamisches Wasser zu glätten und dabei eine gewisse Textur beizubehalten. Dies eignet sich zum Beispiel gut für Wasserfälle oder die Fotografie am Meer. Ihre Verschlusszeit beträgt normalerweise zwischen 0,3 und 2 Sekunden.
  • Ein 6-stufiger ND-Filter eignet sich gut, um während der goldenen Stunde eine 1-2 Minuten lange Belichtung für glattes Wasser oder Wolken zu schaffen. 
  • Ein 10-stufiger ND-Filter ist zum Beispiel tagsüber außerhalb der goldenen Stunde geeignet, da das helle Umgebungslicht viel mehr „Lichtblockierung“ erfordert. Diese Filter können die Belichtung während der goldenen Stunde mit den entsprechenden Einstellungen auf etwa 5 Minuten verlängern.
  • Ein 15-stufiger ND-Filter kann verwendet werden, um mitten am Tag sehr lange Belichtungszeiten zu erreichen. Mit diesem Filter können Belichtungen von mehr als 5 Minuten – auch bei hellem Sonnenschein – erreicht werden.

Fotograf: Bastian Kratzke


Wie berechne ich die richtige Verschlusszeit mit einem ND-Filter?

  • Bei jeder Blendenstufe, die durch den Filter blockiert wird, verdoppelt sich die Belichtungszeit. 
  • Wenn Ihre Belichtungszeit beispielsweise 1 Sekunde für eine Szene ohne ND-Filter beträgt, erfordert die Verwendung eines 3-stufigen ND-Filters eine Belichtungszeit von 8 Sekunden, um die gleiche Belichtung zu erreichen: 1 Sekunde (ursprüngliche Belichtungszeit) x2 ^ 3 = 8. Sie haben vielleicht bemerkt, dass der Wert, der benötigt wird um Ihre ursprüngliche Belichtung zu multiplizieren, einem der Benennungssysteme von ND-Filtern folgt. Im obigen Beispiel wird ein 3-Blenden ND-Filter auch als ND8 bezeichnet.
  • Lassen Sie uns ein anderes Beispiel mit einem 6-Blenden-Filter durchgehen. Wenn Ihre Belichtungszeit ohne Filter 1 Sekunde beträgt, benötigen Sie eine Verschlusszeit von 64 Sekunden, um dieselbe Belichtung zu erzielen: 1 Sekunde x2 ^ 6 = 64. Daher wird ein ND-Filter mit 6 Blendenstufen als ND64-Filter bezeichnet.
  • Für stärkere ND-Filter müssen Sie möglicherweise einen Taschenrechner oder eine App auf dem Smartphone verwenden, um die passende Belichtungszeit zu berechnen. Wir empfehlen zum Beispiel die „NiSi Filters-Exposure Calculator“ App dafür. 


‚light leak‘ minimieren (“Lichtleck”)

  • Aufgrund der Beschaffenheit starker ND-Filter, kann unerwünschtes Umgebungslicht, das durch die Kamera oder Lücken in dem Filterhalter eintritt, die Bildqualität aufgrund von Reflexionen zwischen Objektiv und Filter verschlechtern. Dies wird als „Lichtleck“ bezeichnet. Bei ND-Filterstärken von weniger als 6 Blendenstufen tritt dieses Problem nur selten auf. Bei der Verwendung von Filtern mit mehr als 6 Blendenstufen können die folgenden Tipps das „Lichtleck“-Risiko minimieren:
  • Wenn Sie einen starken ND-Filter verwenden möchten, platzieren Sie diesen in dem Filtereinschub des Halters, welcher sich am nächsten am Objektiv befindet. So kann die Schaumstoff-Dichtung des Filters effektiv verhindern, dass Umgebungslicht in das System eindringt.
  • Verdecken Sie den optischen Sucher Ihrer Kamera. Einige Kameramodelle haben eine spezielle Abdeckkappe am Kameragurt befestigt, ansonsten genügt ein Streifen Klebeband oder Blue-Tack.
  • Wenn Sie sichergehen möchten, dass absolut kein Fremdlicht in das gesamte System eintritt, sollten Sie ein dunkles Tuch über Ihre Kamera und das Objektiv legen, so dass die Vorderseite des Filters der einzige Teil Ihres Aufbaus ist, der dem Licht ausgesetzt ist. 
Wir hoffen dieser Beitrag konnte Ihnen weiterhelfen.

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